Die Stadt Regensburg hat im letzten Jahrzehnt von enormen, im Städtevergleich außerordentlichen Gewerbesteuereinnahmen und Einnahmen aus dem kommunalen Anteil der Einkommensteuer profitiert. Die hohen Gewerbesteuereinnahmen haben verständlicherweise zusätzliche Begehrlichkeiten in einer Stadt geweckt, die sich ohnehin schon sehr viel leisten konnte.
Innerhalb der Stadtverwaltung wurden, dem politischen Willen entsprechend, Investitionsprogramme entwickelt und dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorgelegt. Dabei war von vorneherein klar, dass die Umsetzung dieser Programme nicht am Geld, sondern schlicht an den Personalkapazitäten in der eigenen Verwaltung scheitern und auch extern insbesondere bei Baufirmen nicht funktionieren würde. Zwar ist es vor diesem Hintergrund gelungen, finanziell eine ordentliche Rücklage aufzubauen, die den Gestaltungsspielraum der Stadt auch in den kommenden Jahren, bei sich abzeichnender Konjunkturflaute und damit weniger Gewerbesteuereinnahmen, sicherstellen konnte. Dennoch ist Vorsicht geboten, weil die Exportorientierung auch vieler Regensburger Unternehmen vor dem Hintergrund weltwirtschaftlicher Gegebenheiten (z.B. Handelskonflikten) derzeit nicht in allen Einzelheiten absehbar ist.
Wir mussten in den vergangenen Jahren aufgrund der nun schon sehr lang anhaltenden wirtschaftlichen Schwächeperiode schon in erheblichen Maße unsere Rücklagen angreifen. Zudem ist der Verwaltungshaushalt durch die Aufgabenübertragungen von Bund und Freistaat an die Kommunen, ohne entsprechenden finanziellen Ausgleich, sehr belastet.