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Stadtentwicklung

2026

Der Begriff Stadtentwicklung steht für fast alles, was in einer Stadt passiert, deshalb sind viele Bereiche, die man klassischerweise mit dem Begriff Stadtentwicklung verbindet, in den einzelnen Themenkapiteln dargestellt. Für uns bedeutet Stadtentwicklung: gutes Leben für alle Menschen, Arbeit, von der man leben kann, gleiche Bildungschancen, kulturelle Angebote, die Weiterentwicklung einer offenen, toleranten und inklusiven Stadt, die Bewahrung unserer Umwelt und ein eigener Beitrag zum Klimaschutz, genauso wie permanente Teilhabe und Mitgestaltungsmöglichkeiten. Ebenso die tatsächliche Gleichstellung der Geschlechter, die Förderung von Vielfalt und den Abbau von Diskriminierungen sowie die Entwicklung Regensburgs zu einer LGBTQ+-freundlichen Stadt. 

Probleme im Bereich der Stadtentwicklung waren in den letzten Jahren das sehr schnelle Wachstum der Stadt durch enormen Zuzug, die Hochkonjunkturphase, die die Vergaben teuer gemacht hat, und zum Teil auch der Mangel an Fachpersonal. Aber auch eine fehlende bzw. mangelhaft umgesetzte Personalentwicklung bei der Stadt Regensburg, die dazu geführt hat, dass Investitionen schlicht nicht abgearbeitet werden konnten, fällt hier ins Gewicht. 

Zahlreiche Bürger*innen haben die Stadtentwicklung beeinflusst; viele davon sehr positiv, manche aber auch negativ. Der wachsende Wohlstand in unserer Stadt hat auch dazu geführt, dass es zunehmend Menschen gegeben hat, denen Kritik wichtiger war, als konstruktive Mitarbeit. Und wir wissen oft gar nicht mehr zu schätzen, was bei uns alles möglich ist und glauben, jedes noch so kleine Problem sei von enormer Bedeutung und die Stadt solle sich doch darum kümmern. 

Aber auch der Status „Weltkulturerbe“ und Anforderungen an den Denkmalschutz beeinflussen Stadtentwicklung nicht immer nur positiv; im Bereich von Fragen der Energieeffizienz, des Klimaschutzes sowie der Mobilität auch negativ. Wir wissen den Welterbetitel und die Auswirkungen auf das Image von Regensburg sowie die Wertschätzung gegenüber Denkmälern zu schätzen, würden aber auf den Welterbetitel verzichten, wenn er nachhaltigen Verkehrskonzepten, dem Klimaschutz, der Barrierefreiheit und der Fortentwicklung einer modernen historischen Stadt insgesamt im Wege stünde. 

Natürlich sind die besonderen Herausforderungen der zukünftigen Stadtentwicklung in den Bereichen Arbeit, Wohnen und Verkehr zu suchen, aber ohne stadtentwicklungspolitische Vorstellungen in all den anderen Bereichen, die eine Stadt und eine Stadtgesellschaft prägen, würde gutes Leben nicht funktionieren. Stadtentwicklung insgesamt muss in den nächsten Jahren verstärkt in den Stadtteilen geschehen. Unser Fokus ist in den meisten Bereichen sehr auf die Altstadt fixiert, was vor dem Hintergrund unseres historischen Erbes klar ist und auch weiterhin Bedeutung haben muss. Dennoch muss die Entwicklung von Stadtteilen, insbesondere mit dort verorteten Begegnungsmöglichkeiten und kulturellen Angeboten, aber auch der klassischen Nahversorgung stärker in den Mittelpunkt rücken. Dies hat auch und gerade etwas mit Identitäten und deren Ausprägung in einer immer schneller werdenden Welt zu tun, die Rückzugsmöglichkeiten im eigenen Quartier notwendig machen. In diesem Zusammenhang muss auch über die Einrichtung von sog. Bezirksausschüssen in den Stadtteilen nachgedacht werden. Wir sind uns jedoch bewusst, dass all dies den personellen, organisatorischen und finanziellen Aufwand für die Verwaltung erhöhen wird. Daher sind alle neuen Maßnahmen auch vor diesem Hintergrund immer wieder genau auf ihre Folgen zu prüfen.