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Verkehr und Mobilität

2026

Alle Fragen rund um das Thema Verkehr und Mobilität sind heute schon von entscheidender Bedeutung und werden das zukünftig noch mehr sein. Eine wachsende Stadt mit ihren Mobilitätsansprüchen, eine Stadt mit über 80.000 Einpendler*innen, eine boomende Wirtschaftsregion und vieles mehr stellen Regensburg im Bereich der Mobilität vor zentrale Herausforderungen. 

Dabei muss klar sein, dass es ein Mehr an Individualverkehr in motorisierter Form nicht geben sollte. Ein Mehr an Elektromobilität in diesem Bereich hingegen ist zu befürworten, wobei es hier aber um die Frage von Emissionsreduzierungen geht.

Verkehr und notwendige Mobilität lassen sich in wachsenden Ballungsräumen ausschließlich durch stärkere Nutzung von Angeboten des öffentlichen Personennahverkehrs und des Radverkehrs sowie Stärkung des Fußgängerverkehrs sicherstellen. Es gibt in Regensburg noch keinen Verkehrskollaps, aber wir stehen kurz davor. Jetzt müssen die Weichen gestellt werden, die Mobilität von morgen in richtige Bahnen zu lenken. Das Großprojekt Stadtbahn wurde von der Koalition der Wahlverlierer an die Wand gefahren. Jetzt braucht es neue Anstrengungen. 

was wir
schon
erreicht
haben

In der Amtszeit von Joachim Wolbergs wurde damals viel für den Radverkehr getan. Es gab in dieser Zeit deutlich mehr Investitionen in Radwege und Radinfrastruktur, es wurden die Grundlagen für ein Fahrradverleihsystem gelegt, dessen Umsetzung viel zu lang gedauert hat. Mit dem Radweg von Regensburg nach Grünthal wurde auch das Umland erschlossen und nicht zuletzt die Regensburger Altstadt und der Alleengürtel für den Radverkehr geöffnet. Auch im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs lassen sich zahlreiche Erfolge vorweisen. Mit der Neuausrichtung des Eigenbetriebs „Stadtwerk“ - und dort mit personellen Veränderungen - hat das Thema Elektromobilität und öffentlicher Personennahverkehr eine ganz neue Bedeutung erfahren. Mit dem „Emil“ fährt seitdem ausschließlich ein kleiner Elektrobus durch die Regensburger Altstadt. Der weitere Ausbau von Busstrecken mit Elektrobussen ist in Planung. Der Nacht-Bus wurde eingeführt. 

Dennoch muss noch unendlich viel getan werden. Dabei wollen wir nicht Verkehrsträger gegeneinander ausspielen, sondern miteinander so vernetzen, damit Mobilität erhalten und ausgebaut wird. Dazu sind ausschließlich Maßnahmen geeignet, die in ein Gesamtkonzept eingebettet sind. Einzelmaßnahmen, die eher symbolischen Charakter haben sollen, wie die Verkehrsfreimachung des Domplatzes, hören sich gut an, führen aber nicht weiter.

Selbst aus der „Opposition“ heraus konnte unsere Fraktion Dinge erreichen. So ist beispielsweise die verkehrsfreie Obermünsterstraße und die Neufestlegung von E-Scooter-Abstellplätzen auf unsere Initiative zurückzuführen.

Deshalb wollen wir:

  • das Konzept zur Verkehrsberuhigung der Altstadt (verkehrlicher Maßnahmenplan) weiterentwickeln und bis zum Jahr 2030 umsetzen. Dabei wollen wir auch einmal Sachen testen, aber sie auch wieder verändern, wenn sie sich als nicht sinnvoll darstellen.
  • Tempo 30 überall in der Stadt, wo es verkehrsrechtlich zulässig ist.
  • innerstädtische Straßenbauprojekte nur noch dann planen und ausführen, wenn deren zu erwartende Vollendung einen Planungs- und Realisierungszeitraum von 10 Jahren nicht überschreiten und von einem Angebot des ÖPNV nicht alternativ ersetzt werden können.
  • die Schaffung weiterer dezentraler Mobilitätsdrehscheiben zur Vernetzung der unterschiedlichen Verkehrsträger, vor allem an Bahnhaltepunkten.
  • die Mobilitätsdrehscheibe am Unteren Wöhrd zügig umsetzen und bei der Tarifstruktur darauf achten, dass das Parken besonders für Beschäftigte in der Altstadt bezahlbar bleibt.
  • kein Parkhaus auf dem Jacobigelände, um keinen Durchgangsverkehr in die Wöhrdstraße zu ziehen. Dort sollen ebenerdig Anwohner-Parkplätze entstehen und darüber aufgeständert Wohnungen oder eine zentrale Infrastruktureinrichtung.
  • die großen Parkflächen Unterer Wöhrd, Donau-Arena, Jahnstadion und ggf. Teile des Dultplatzes zu bewirtschafteten Dauer-Parkflächen für den Park & Ride-Betrieb machen und von dort kostenlos mit Elektrobussen an die Regensburger Altstadt anbinden.
  • ein funktionierendes und zielgerichtetes Parkleitsystem für Einpendler schon an den Rändern der Stadt.
  • den weiteren Ausbau der Busflotte mit Elektrobussen.
  • eine Fortentwicklung des gesamten Liniennetzes, auch vor dem Hintergrund von gegebenenfalls einzuführenden Ring- bzw. Tangentiallinien.
  • die weitere Anlage von Busspuren, um den ÖPNV schneller zu machen.
  • ein verändertes Tarifsystem, in dem wir die Nutzung des ÖPNV durch Schüler*innen, Student*innen, Azubis, Stadtpassinhaber*innen, etc. kostenfrei machen; zusätzlich in einem Testbetrieb für drei Jahre ein 365€ -Jahresticket einführen und den Altstadtbus und die Zubringerbusse von den großen P&R-Anlagen kostenlos fahren lassen. Auch die Ergebnisse von Testversuchen aus anderen Städten mit der grundsätzlichen Einführung eines kostenlosen ÖPNV müssen weiter beobachtet werden und müssen ggf. zu Konsequenzen führen.
  • deutliche Taktverdichtungen auch in die Stadtrandgebiete (z.B. Harting, etc.); überregionale Angebote neu schaffen und die Erschließung des Landkreises mit der Stadt durch den öffentlichen Personennahverkehr ausbauen.
  • einen weiteren Ausbau des Nachtbusangebotes.
  • die Prüfung und Fortführung von alten Planungen bezüglich des Einsatzes von Seilbahnlinien, insbesondere um Einpendler schon vor den Toren der Stadt aufnehmen zu können. Dabei sind insbesondere schon bebaute Straßenflächen als Trassen zu beplanen.
  • deutlich mehr für den Radverkehr tun, in dem wir in diesem Bereich die Investitionen steigern, Radschnellwege planen und realisieren und zügig mit der Umsetzung der im Radentscheid geforderten Maßnahmen beginnen.
  • mehr Radabstellplätze und Radgaragen in zentralen Lagen. Sichere und attraktive Parkierungsanlagen für Räder incl. Ladepunkten für eBikes besonders an Mobilitätsdrehscheiben.
  • das Rad-Verleihsystem umgehend, nach dem großen Erfolg bei den Lastenrädern, möglichst in Kooperation mit örtlichen Unternehmen und Entwicklern weiterentwickeln.
  • neue Überquerungen der Donau und des Regens für Fahrräder sowie Fußgänger*innen (z.B. Holzgartensteg) unter Beteiligung der betroffenen Bürger*innen auf den Weg bringen.
  • die weitere Förderung von Lastenrädern und die Neukonzeption von Logistikangeboten durch den Einsatz von Elektrofahrzeugen bzw. -fahrrädern.
  • das Stadtwerk in die Lage versetzen, E-Car-Sharing-Angebote schnell und deutlich auszubauen.
  • endlich wieder mit Kontrollen des Radverkehrs in der Altstadt beginnen und eine neue Kampagne zur Rücksichtnahme der Verkehrsteilnehmer*innen untereinander starten.
  • kontinuierlich Alt- und Schrotträder beseitigen lassen.
  • digitale Lösungen und Plattformen für die Bereiche Verkehrsleitplanung, Parken und Fahrzeug-Sharing-Modelle.
  • die Schaffung weiterer Quartiersgaragen.
  • klare Regeln bei E-Scootern in Form von ausgewiesenen Abstellflächen überall in der Stadt.
  • einen „Fußgängerplan“, um Schwachstellen bei Bürgersteigen und Straßenüberquerungen, Sicherheitslücken und die Anlage von neuen Wegen und Wegebeziehungen für Fußgänger*innen zu erkennen und Maßnahmen zur Verbesserung umzusetzen.
  • die Sallerner Regenbrücke, weil es mit ihr gelingt, den gesamten Stadtnorden vom Durchgangsverkehr zu befreien, einen sehr wirksamen Lärmschutz für die Nordgau- und die Ambergerstraße zu schaffen und somit zwei Stadtteile wieder miteinander zu verbinden und die Lebensqualität dort deutlich erhöhen. Und weil wir vertragstreu gegenüber unseren Partnern sind.